Yellowstone, Raketen, Bratwurst

Der Yellowstone Nationalpark ist ein Hit. Überall blubbert und zischt es. Wir geniessen die vulkanischen Aktivitäten in vollen Zügen, schauen uns einige Geysire an. Für die Jungs gibt es eine Novität: Sie sehen ihren ersten Grizzly. Er ist zwar etwas weit weg, aber wir können ihn einige Minuten beobachten, wie er die Wurzeln von Sträuchern ausgräbt und isst. Bisons laufen vor uns auf der Strasse und lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Das Wetter ist überraschenderweise mild, besser als angekündigt. Nach gut drei Tagen im Park machen wir uns auf in Richtung Badlands National Park. Hier ist es eher kühl, der Campingplatz hat nicht viel zu bieten. Die Gegend ist ähnlich wie in den kanadischen Badlands, also machen wir uns wieder auf den Weg. Wir besuchen Historisches. Hier war während des Kalten Krieges eines der Kontrollzentren, das im Falle eines Raketenangriffs der UdSSR die amerikanischen Raketen gestartet hätte. Irgendwie jagt es heute noch einen Schauer über den Rücken, wenn man die beiden Schlüssel sieht, die ein atomares Fiasko hätten auslösen können. Dank des START-Vertrages zwischen George Bush und Michael Gorbatchov sind viele Raketensilos abgewrackt, die 1000 Minuteman 2 Raketen vernichtet. Aber nicht zu vergessen, dass noch heute in dieser Gegend 450 Minuteman 3 Raketen weiterhin innerhalb weniger Minuten einsatzbereit wären und einen grossen Teil unseres Planeten in Staub verwandeln könnten...

Durch South Dakota, Iowa und Minnesota fahren wir immer geradeaus durch die Kornkammer Amerikas, den sogenannten «Corn Belt» oder den «Wheat Belt». Erst ganz im Osten Iowas und dann in Wisconsin wird die Gegend hügeliger, somit abwechslungsreicher fürs Auge. Wir überqueren wiederum den Misssissippi, diesmal in östlicher Richtung. Die Kleinstädte hier haben sich im Zentrum wohl seit 150 Jahren nicht mehr wesentlich verändert!

Für uns als Glarner ist es natürlich Pflicht, nach New Glarus zu fahren. Wir treffen dort bei kühlen Temperaturen ein, einen Tag zu spät, um noch das Musikfest geniessen zu können. Am «Memorial Day» ist praktisch alles geschlossen und wenige Leute unterwegs. Wir versuchen es einen Tag später nochmals und besuchen das «Swiss Historical Village», wo wir Vieles über die Auswanderer und deren Zeit erfahren. Auf dem Friedhof wandeln wir auf den Spuren der Verwandten unserer Vorfahren. Viele Namen sind aus dem Glarnerland: Luchsinger, Marty, Hösly, Babler, Dürst, Disch, usw... Feldmanns sind laut Liste 1845 keine ausgewandert.

In der «New Glarus Brewery» versuchen wir das lokale Bier und decken uns mit Gerstensaft als Souvenir ein, bei der Metzgerei Hösly gibt es je zwei Paar Landjäger und Kalbsbratwürste. Die Verkäuferin schaut mich nur verständnislos an, als ich frage, ob die Würste »real Swiss taste» hätten... Die Bratwürste enden zwei Tage später zusammen mit einer Rösti (Idaho Kartoffeln ergeben eher ein Mus!) auf dem Feuer und in unseren Mägen. Immerhin, sie schmecken fast wie in der Schweiz!

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  • Kategorie: Maine 2
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