Français, Ersatzrad, Grenzfrust

Schon 25 Jahre ist es her, als ich zum letzten Mal Montréal besucht habe. Die Stadt scheint sich im Zentrum nicht all zu viel verändert zu haben. Einzig die Montréal Expos spielen schon seit Jahren nicht mehr in dieser Stadt Baseball (jetzt: Washington Capitals). Wir übernachten mehrere Nächte ausserhalb der Stadt auf einem privaten Campingplatz und entschliessen uns, ein neues Rad für unser Wohnmobil in der Schweiz bei Matthias zu bestellen und es nach Québec liefern zu lassen. Der Zufall will es, dass das Francofolies Festival ebenfalls 25jährig wird. Hier feiern sich die Québecois mittels frankophoner Musik selbst. Alles, was irgendwie französisch tönt, wird verherrlicht. Ja, einzelne Aussagen auf der Bühne sind politisch zu verstehen, «vive la langue française!». Irgendwie kommt uns das komisch vor, in einer Welt, die sich global gibt. Immerhin sind wir Ehrengäste beim Hauptsponsoren und dürfen auf einer Ehrentribüne Platz nehmen. Mir gefällt das riesige Festival mitten in der Stadt, Jan würde auch am Abend noch lieber länger bleiben!
 
Wir machen uns auf den Weg und staunen nicht schlecht, dass Québec die «capitale nationale» sei. Nun wird mir auch klar, warum in Québec die State Parks «Parc national» heissen. Auch dies ist für Aussenstehende zum Schmunzeln, denn für den Rest Kanadas ist Québec schlicht und einfach eine Provinz, wie jede andere auch ...
 
Dort angekommen ist es eher kühl und nass auf dem Camping en Ville. Innerhalb von 20 Minuten sind wir vom extrem teuren Camping (50 Dollars/Nacht) in der Stadt. Erst beim zweiten Besuch zeigt sich Québec, eine der ältesten Städte Nordamerikas, von seiner schönen, sonnigen Seite. Wir warten auf das Rad, verfolgen auf dem Internet via Tracking den Weg des Ersatzteils und sind froh, dass der Pöstler am vierten Tag direkt vor unserem Wohnmobil anhält und das Rad auslädt. Innerhalb einer Stunde ist das Rad montiert. Wir hoffen nun, bis zurück in der Schweiz Ruhe vor platten Reifen zu haben! Danke Matthias inklusive Sekretärin!
 
So fahren wir weiter in Richtung Maine. An der Grenze machen wir einmal mehr mit der grenzenlosen Inkompetenz von US Grenzbeamten Bekanntschaft. Obwohl wir die einzigen am Übergang sind, müssen wir EINE STUNDE warten, bis wir die Pässe wieder in der Hand halten. Dazwischen gibt es ein endloses Frage- und Antwortspiel, minutenlanges unsinniges Warten auf irgendetwas, was niemand so genau weiss und ws nie stattfinden wird! Wir werden auf jeden Fall einfach hingehalten. Der bearbeitende Offizier telefoniert mehrmals mit irgendwelchen Leuten, die gerade anrufen, was aber nichts mit unserem Fall zu tun hat. Ich muss sogar die Autoschlüssel abgeben! Nehmen die hinter unserem Rücken sogar unsere Fingerabdrücke? Wir kommen uns vor wie die letzten Idioten. Kein Vergleich mit Kanada, auch wenn man sich in Québec auch nicht überall willkommen fühlt! Auf jeden Fall hat noch keiner der Beamten dort eine Visumsverlängerung gesehen. Auch nachdem der Supervisor das OK gegeben hat, dauert es nochmals 10 Minuten, bis wir gehen dürfen. Reine Schikane, die niemand versteht! Wir sind froh, dass dies das letzte Mal auf dieser Reise ist, wo wir die US Grenze überqueren müssen!
 
Wir bleiben nur weniges nach der Grenze in Jackman auf einem Campingplatz direkt am Fluss hängen, wo uns Ben am Abend auf eine Bootsfahrt mitnimmt. Thank you Ben! Gegen Ende der über einstündigen Fahrt wird es doch recht kühl und die Blackflies machen die Fahrt recht unangenehm. Dafür ist der Sonnenuntergang auf dem See einmalig!
Am nächsten Tag geht's weiter zum Acadia National Park, wo sich der Kreis nun definitv schliesst. Wir waren anfangs September letzten Jahres schon mal hier. Wir haben Glück, dass wir wenigsten für eine Nacht einen Stellplatz auf dem Camping finden, im Sommer tanzt der Bär hier!
 
English short version:
It's been 25 years since I've been in Montreal the last time. The city hasn't changed a lot. The Expos aren't playing here anymore ... We love the Francofolies festival where the Québecois try to feel strong! No wonder they call Québec the «national capital» and the state parks «national parks». For the rest of Canada, Québec is just a province ...
The city of Québec is beautiful, we love it! We finally get our new wheel for our RV from Switzerland, thank you Matthias! We hope we don't have to worry about it anymore until we get home.
After five days we leave direction Maine. On the US border we are delayed for more than an hour despite the fact that we were the only ones to be checked! For us it seemed to be pure chicane. There was no reason to hold us for one hour, our passports and papers were correct! They simply ignored our visa extension! We're glad we don't have to go through this anymore on this trip! We feel that this is definitely not the way paying guests should be treated!
On the other hand, shortly after that, we met Ben on the campground in Jackman, who took us for a boat ride on his platoon boat into the sunset. Thank you Ben! From there the circle closes as we visit Acadia National Park once again. We were here last September.

Quebec2 0233 Francofolies  Maine2 0025 Ben  Maine2 0032 FranzJan
Special Guests                           Captain Ben                                 On the boat

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