Big Bend National Park

Nach Del Rio in Richtung Big Bend National Park wird die Gegend immer wüstenhafter. Es ist sehr trocken hier, es gibt immer mehr kleine Canyons am Wegrand. Von Weitem sieht man schon die Berge des Nationalparks. Wir übernachten dort im Rio Grande Village Campingplatz, ganz in der Nähe am gleichnamigen Grenzfluss und werden am ersten Tag von einer Herde «Javelinas» direkt neben dem Wohnmobil begrüsst. Dies sind Tiere, die aussehen, wie Wildschweine, aber keine sind. Sie sind, so glaube ich, eher verwandt mit Meerschweinchen. Auf jeden Fall soll man sich von ihnen fernhalten, es warnen überall Schilder vor diesen wilden Tieren!

Wir fahren und wandern zum nahe gelegenen Boquillas Canyon. Der Rio Grande windet sich hier durch die steilen Felsen. Die Grenze zu Mexiko ist im wahrsten Sinne des Wortes nur ein Steinwurf entfernt, der Fluss nur ein besseres Rinnsal. Es wäre hier überall ein einfaches, unbemerkt auszuwandern. Die Mexikaner verkaufen hier ihre Basteleien, dürfen dies aber nicht persönlich machen, denn das wäre illegal. Also stellen sie ihre Skorpione, Wanderstecken, etc. an den Wegrand mit einer leeren Büchse, wo man dann das Geld hineinlegen könnte. Wir beobachten, wie Mexikaner zu Pferd über die Grenze kommen und wieder zurück reiten.

Neujahr feiern wir zusammen mit Georges und Elke, die auch hier sind. Leider hat sich Georges erkältet und ist hier ein paar Tage krank. Am 2. Januar unternehmen wir eine Bergtour auf dem «Lost Mine Trail». Es ist eine schöne 4,8 Meilen lange Wanderung mit fast 400 Höhenmetern auf eine der Bergspitzen der «Chisos Basin Mountains». Wir treffen zuoberst David Ogra mit Familie aus Baton Rouge, der uns anbietet, das Wohnmobil gratis ein Jahr lang einzustellen, falls wir es nicht dieses Jahr nach Hause nehmen wollen.

Eine der grösseren Attraktionen hier sind die «Hot Springs». Da fliesst direkt am Rio Grande 105° Fahrenheit warmes Wasser aus dem Boden in einen Pool, wo man hineinsitzen kann. Früher habe es hier ein Hotel gegeben, heute zeugen nur noch ein paar Mauern davon. Am Anfang hätten wir nicht gedacht, dass wir dreimal zum Pool fahren (müssen). Aber eine Kaltfront mit Schnee zieht in unsere Gegend. So sitzen wir hier ein paar Tage fest, denn weiter westlich soll es noch schlimmer sein. Hier spricht uns Daniel Hürlimann mit einem breiten amerikanischen Akzent in Schweizerdeutsch an. Seine Eltern seien 1959 aus Schwyz ausgewandert, er hier geboren. Er ist mit einer Gruppe Boyscouts hier am Pool, seine beiden Söhne (18 und 16 Jahre alt) sind auch hier. Er geniesst es sichtlich, wieder einmal in der Sprache seiner Eltern reden zu können. Diese leben jetzt in Atlanta. Er hat einiges zu erzählen.

Am 4. Januar kommt der Schnee dann auch die Nacht hindurch. Zwar nicht direkt bei uns auf dem Campingplatz, aber immerhin ein paar Inches hoch im Visitor Center. Lustig zu sehen, wie die Kakteen im kalten Weiss stehen. Leider ist die Strasse nach Castolon geschlossen, so kommen wir nicht weiter. Die Jungs bauen direkt vor dem Headquarter des Nationalparks einen kleinen Schneemann.

Am Nachmittag wird die Strasse frei gegeben und wir machen uns durch die verschneiten Berge hindurch auf nach Castolon zum Cottonwood Campground. Dort sind wir praktisch alleine. Am Morgen weckt uns ein grosser Uhu direkt über unserem Wohnmobil auf einem Ast. Eine Gruppe Javelinas grast rund um unser Wohnmobil und lässt sich von mir nicht stören, als ich sie fotografiere. Ein Tier ist sehr neugierig. Als es etwa einen Meter von mir weg ist, blase ich zum Rückzug...
Die Gegend hier am Santa Elena Canyon ist schön, der Rückweg aus dem Big Bend durch die sandige und steinige Wüste ist eindrucksvoll. Wir essen im Terlingua Ghostown. Ein Ort für einige Spinner, die dort ihre Residenz aufgeschlagen haben. Das Ribeyesteak im High Sierra Bar & Grill (Texas Style, 500 Gramm!!!) ist fantastisch. Leider haben dies auch meine Jungs entdeckt, so teile ich das Fleisch mit zwei Hyänen ... ;-)
 
English Short Version:
We arrived in Big Bend National Park where we enjoyed the Lost Mine Trail and the Hot Springs. As there was a cold front coming in with snow, we had to stay longer than we thought in Rio Grande Village Campground. We spent New Years evening with Elke and George whom we met again here. Javelinas were grazing around our campingcar in both campgrounds, also in Cottonwood Campground where we stayed after the road to Castelon was opened.
 
We liked the hike into Santa Elena Canyon and left  Big Bend National Park heading West. In Terlingua Ghostown we enjoyed a huge Texas style ribeye steak at High Sierra Bar&Grill (16 oz!)! Unfortunately I wasn't the only one to get the meat ... ;-)
 
Texas 0930 LostMineTrail  Texas 0807 BigBendNP Texas 0672 HotSprings
Lost Mine Trail                             Snow in Texas                             Hot Springs

Weiter in Texas

 Die Zeit vergeht schnell. Schon haben wir die sieben Tage Mustang Island State Park in Texas hinter uns. Dort, wo wir Weihnachten verbracht und die Pakete abgeholt haben, die uns zu Weihnachten zugeschickt worden sind. Allen einen ganz herzlichen Dank dafür! Vor allem der Lesestoff ist höchst willkommen!

Wir haben Elke und Georges wieder angetroffen. Sie basteln weiterhin an ihrem Wohnmobil herum. Zusammen gehen wir im Doc's, einem Seafood Restaurant, essen. Dort gibt es zu den Shrimps an Kokosnusssauce feine, weisse Brötchen. Elke organisiert, dass wir am anderen Tag solche Brötchen abholen können, denn es steht das Weihnachtsfondue auf dem Programm. Dies klappt auch hervorragend. Ich nehme gerade mal 10 solche Brötchen, damit wir auch nachher noch zum Frühstück welche haben. Es fehlt uns einzig der Knoblauch. Also fragen wir unsere kanadischen Nachbarn Ed und Ros, die wir sogleich auch zu unserem Fondue einladen. Ihr Kommentar dazu lest ihr hier auf deren Blog! Wir geniessen nicht nur den heimatlichen Duft auf der eigens dafür gekauften Pfanne, sondern auch das Fondue selbst in grossen Zügen. Noch einmal: Danke Alf!

Den versprochenen Weihnachtsdrink haben die Gäste wahrscheinlich vergessen, ebenso vergisst Ros ihr Versprechen, mir eines ihrer Bücher zu schenken. Sie ist eine Autorin, nach eigenen Angaben ziemlich erfolgreich.

Am nächsten Tag fährt ein Schweizer Ehepaar auf den Platz. Sie wohnen schon länger in New Mexico auf einem Campingplatz im Hinterland, den sie als Volunteers bewarten. Daniel ist Mechaniker, der ab und zu irgendwelche Jobs erledigt, Alice ist schon älter und länger pensioniert. Er ist ein begeisterter Hobbykoch, was uns in der Form von Steak und Safranrisotto in ihrem Wohnmobil drin zugute kommt. Sogar Jan findet das Fleisch wunderbar! Danke Daniel!
Nach dieser Woche verlassen wir Corpus Christi, leider ist das Päckli von MT auf der Post unauffindbar, schade! Auch die Hauptpost hat nichts an Lager. Der Choke Canyon State Park gefällt mir. Direkt neben unserem Wohnmobil weiden die Rehe, es fliegen auch viele farbige Vögel umher.
Wir fahren Richtung Del Rio an der mexikanischen Grenze und kommen so mitten durch den Wilden Westen. Viele Ölfelder säumen unsere Strasse, ebenso viele Ranches, die hier mitten im trockenen, riesengrossen Land liegen. Gut fahren wir nicht auf einer Interstate Autobahn, so sehen wir mehr. Es ist so, wie man sich Texas halt vorstellt! Am Mittag tauchen wir in einen Wildweststreifen, denn wir essen in Pearsall von einem Steak Buffet. Neben uns sind alles Jäger oder Polizisten. Man meint, John Wayne käme jeden Augenblick durch die Türe herein oder Lucky Luke suche hier die Daltons ...

Das Gebiet an der mexikanischen Grenze bei Del Rio wird wieder hügeliger, interessanter. Überall hat es Kaktusse. Wir bleiben in der Amistad National Recreation Area, einem Campingplatz mitten auf einem Hügel, umgeben vom Stausee. Die Jungs bauen endlich wieder einmal eine Hütte, finden sogar eine Höhle. So kommt auch das Abenteuer für die Jungs für einmal nicht zu kurz. Zwischen mir als Hauptquartier beim Wohnmobil und den Jungs im Feld herrscht reger Funkverkehr ... Bis zum Big Bend National Park, unserem eigentlichen Ziel, sind es noch mehr als 240 Meilen!

Texas

Wir haben vom Departement of Homeland Security noch keinen Bescheid erhalten. Wäre wohl auch gar schnell, denn deren Mühlen mahlen, so wie mir die Nachbarn auf dem Campingplatz sagen, extrem langsam. Aber lassen wir uns überraschen! Wir hoffen weiter auf eine Verlängerung des Visums!
Nachdem wir vor längerer Zeit unsere Adresse in Corpus Christi angegeben haben, wo uns Freunde ein Päckli hinschicken können, sind wir nun auch hier angekommen, halt eine Woche zu früh! Deshalb entscheiden wir uns, die Gegend an der mexikanischen Grenze anzuschauen. So fahren wir ganz in den Süden von Texas nach South Padre Island, wo es schwül und feucht ist. Es hat extrem hohe Luftfeuchtigkeit hier, man sieht vielleicht gerade einmal einen Kilometer weit. Der erste County Park (Isla Bianca) gefällt mir überhaupt nicht, der zweite (Andy Bowie) ist besser, aber auch teuer.
Die Fahrt am Rio Grande entlang ist abwechslungsreich. Man sieht den eisernen Grenzzaun, der die «zivilisierte» von der 3. Welt trennen soll. Wir sind bei Weitem die einzigen, die mit einem RV unterwegs sind. Es hat hier auf den Strassen keine Touristen. Endlich wieder hat es Hügel hier, eine Abwechslung nach den langen Ebenen, die flach wie eine Flunder sind! In Laredo ist es angenehm warm, wir laufen durch die Stadt mit ihren viele günstigen Einkaufsmöglichkeiten für die Mexikaner. Diese füllen ihre Autos mit einer Unmenge von Waren. An der Grenze decken wir uns mit frischen Früchten für ein Spottgeld ein. Eine Ananas kostet 99 Cent, 20 Limonen, zwei Avocados kosten je einen Dollar.
Auf der Fahrt zurück in Richtung Corpus Christi kommen wir an riesengrossen Farmen und vielen Dörfern vorbei, die praktisch verlassen erscheinen. Hier gibt es wohl nicht viel zu tun, trocken ist es auch. Wir holen ein Paket im Postamt von Corpus Christi ab und erfahren auf dem Campingplatz auf dem Mustang Island State Park, dass das erwartete Paket nicht angeliefert worden ist. Also fahren wir nach Port Aransas, um dort auf dem Postamt das riesige Paket meiner Eltern voller Lesestoff für die Jungs abzuholen.
Überhaupt sind wir an diesem Tag sehr erfolgreich. Wir wechseln an der von Elke und Georges angegebenen Garage die Batterie für den Wohnbereich. Nicht nur die Batterie ist gratis, da wir sie von den beiden übernehmen können, Marc Villareal macht den Aus- und Einbau ebenfalls gratis. Wir belohnen seine prompte Arbeit mit einem Trinkgeld. Wir können die Garage empfehlen, sollte sich jemand hierher verirren...
Gestern Abend hat sich Ramon beklagt, dass seine Zahnspange nicht mehr passe. Auch das erledigen wir, indem ich auf dem Internet nach einer Zahnarztpraxis (Star Orthodontics) suche. Ich bin erstaunt, dass Ramon sofort behandelt und das Problem behoben wird. Auch hier werden wir ohne etwas zu bezahlen entlassen. Ich habe keine Adresse angegeben und wäre extrem erstaunt, sollte irgendwann dennoch eine Rechnung auftauchen.
Kaum haben wir unser Wohnmobil auf dem Mustang Island State Park parkiert, werde ich in ein Gespräch mit unseren Nachbarn Ed und Ros verwickelt. Sie sind mit Hund aus British Columbia und haben einige Tipps auf Lager. Und sollten sie uns bis morgen nicht schon wieder vergessen haben, so sind wir an Weihnachten auf einen «Christmas Drink» eingeladen ...

Neue Freunde

Nun sind schon über fünf Monate vorbei, seit wir gestartet sind. Die Zeit verfliegt wie im Flug! Wir sind nun in Texas angekommen, wo wir auch die Weihnachten verbringen werden. Eher selten reservieren wir im Voraus, aber über Weihnachten ist es durchaus ratsam, dies zu tun. Es scheint zwar auf dem Internet, dass der Mustang Island State in Corpus Christi Park bis jetzt noch nicht allzu gefüllt ist, das kann sich aber noch ändern. Vor allem, wenn die sehr kühlen Temperaturen sich noch ein bisschen heben, darauf hoffen wir! Während der Nacht nähert sich die Temperatur bedrohlich dem Gefrierpunkt, am Tag weht ein eiskalter Wind. Wir werden von den Locals vertröstet. Es gehe drei bis vier Tage, dann werde es immer wieder wärmer. Mal sehen ...

Wie Jan schon geschrieben hat, mussten wir uns am Strand aus dem Sand abschleppen lassen. Eine Dummheit von mir hat dazu geführt. Jetzt stecken wir schon fünf Tage hier auf dem Galveston Island State Park. Zum einen haben wir ein Päckli abgewartet, das pünktlich auf dem hiesigen Postoffice angekommen ist. Alf and Family sei herzlichen Dank! Die Cervelats haben immerhin die Reise, aber unseren Heisshunger auf Schweizer Würste nicht lange überlebt! Zum anderen scheint es überall hier auch nicht wärmer zu sein und andere State Parks haben für ein paar Tage geschlossen, da dort die Jäger auf die armen Tiere losgelassen werden!

Dafür treffen wir hier neben uns einen Mercedes-Camper mit deutscher Kontrollnummer FR-ED2001. Natürlich besuchen wir das schmucke Mobil und treffen Elke und ihren französischen Mann Georges! Es entwickelt sich sofort eine Freundschaft, die sich in regem Austausch von Nachtessen und technischem Wissen auszeichnet. Ich profitiere von deren technischem Wissen, denn meine elektrischen Anlagen bedürfen dringend einer Überprüfung. Es scheint, dass ich eine der Batterien auswechseln muss. Wir werden dies gemeinsam in Corpus Christi machen, denn auch die beiden Freunde müssen ihre drei Gel-Batterien wechseln, was hier in Amerika nicht ganz einfach scheint. Elke bewirtet uns mit einem exzellenten Crevetten-Schmaus, die Jungs suchen zusammen mit Georges Feuerholz am Strand und machen ein Campfeuer. Wir bleiben noch einen Tag länger als unsere französischen Freunde, wir werden uns aber in Corpus Christi zum Auswechseln der Batterien wieder treffen.

In dieser Zeit mache ich das, was ich zuerst eigentlich nicht wollte. Ich mache übers Internet einen Antrag zur Verlängerung unserer Aufenthaltsgenehmigung. Die ganze Arbeit nimmt etwa einen Tag in Anspruch, denn ich muss unter anderem im UPS Store ein paar Dokumente einscannen lassen, damit ich sie in elektronischer Form den zuständigen Behörden zustellen kann. Am 11. Dezember schicke ich alles ab und bezahle $ 290.-. Ich hoffe, diese Investition lohnt sich und wir können bis zum Schluss der Reise in den USA bleiben. So hätten wir alle Optionen offen und könnten zwischen den USA, Mexiko und Kanada hin und her reisen, ohne Angst zu haben, dass uns ein übereifriger Zöllner Steine in den Weg legt! Wir sind gespannt, was nun passiert und wie lange es geht, bis wir eine Antwort kriegen!

 

English Version:

Already 5 months have passed! Time's flying fast! In the meantime we have reached Texas, where it's very cold at night and really fresh during the day because we have a hefty breeze going here. We received the first packet from Switzerland, the sausages didn't survive ...! Thank you Alf and family!

We meet the French couple Elke and Georges in Galveston Island State Park. I get a lot of technical advise for our RV, we test the batteries and the back lights. We also exchange invitations for dinner. Elke cooks delicious shrimps.

It takes me about a day to file an extension for our visa to the Departement of Homeland Security. We hope to get 6 more months to stay in the US. Travelling in Canada in winter with our RV is not a good option ... Now, we have to wait for their reply and hope, everything turns out well!

Texas 0139 GalvestonIslandSP  Texas 0124 GooseIslandSP

Ramon, Jan and Georges making fire                           Sunset in Goose Island State Park

New Orleans - Kunst und Elend

Nach Nashville und Memphis besuchen wir die dritte Musikstadt. Hier in New Orleans begegnet man dem Blues und dem Jazz praktisch auf Schritt und Tritt. In der berühmten Bourbon Street dröhnt es aus diversen Music-Bars heraus, auf der Parallelstrasse, der Royal Street sitzen diverse Kapellen auf der Strasse und spielen Ragtime oder schwermütigen Blues. Man meint, man sei an einer Beerdigung! Die Strassen sind weiter gesäumt mit Stassenkünstlern aller Art. So kann man sich die Zukunft aus der Hand, aus der Glaskugel oder aus den Karten lesen lassen, moderne und andere Kunst erwerben oder sich von diversen «Statuen» bezaubern lassen. Das Geld wird man bestimmt irgendwie los! Wir überqueren den Mississippi auf der Fähre, um die Stadt vom Fluss aus zu sehen, doch man sieht ausser ein paar hohen Hotels nicht viel, denn New Orleans ist ziemlich flach gebaut, wohl auch wegen den immer wiederkehrenden Hurrikans. Mehr dazu später ...
 
Wir parkieren beim Welcome Center, wo uns eine ältere Dame in ziemlich gutem Deutsch begrüsst und dann nicht mehr aufhört, zu erzählen und zu erklären. Wir bezahlen fürs Wohnmobil 20 Dollar bei einem extrem freundlichen, zwei Meter grossen Schwarzen an der Kasse. Mir wird fast ganz warm ums Herz beim Hände schütteln ... ;-) Immerhin, dieses Parkgeld sei günstig, meint die rührige Dame am Empfang, billiger sei es nirgens, auf gar keinen Fall.
 
Auf dem Weg zum St. Bernard State Park müssen wir im Dunkeln durch ganz schumrige Quartiere, die auch recht verlottert aussehen. Wir sind froh, dass wir den Campingplatz erreichen. Die Gegend sei zwar sicher, wird uns gesagt, aber irgendwie sind wir es einfach nicht gewohnt, durch verlotterte Orte mit lauter Schwarzen zu fahren.
 
Ganz unheimlich wird es kurz nach dem State Park in Richtung Süden. Zuerst müssen wir auf dem Highway 39 bei Braithwaite durch eine Polizeikontrolle am Strassenrand, bevor es durch eine Gegend geht, die wie nach einem Bombenangriff aussieht. Überall liegt dick Müll am Strassenrand, viele Häuser sind umgekippt, haben keine Scheiben mehr drin. Wir vermuten, dass diese Gegend nach dem Sturm Katrina im August 2005 ganz einfach aufgegeben wurde. Dem ist aber nicht so. Die Rangerin auf dem State Park erklärt uns, dass im letzten August Hurrikan Isaac hier gewütet habe. Der Damm des Mississippi sei gebrochen. Da wir am letzten Tag nochmals hier durchfahren und die Fähre über den Mississippi nehmen wollen, bin ich erleichtert. Es ist also nicht eine Gegend ohne Law and Order. Als wir dann auch die Fähre nehmen, sehen wir, dass eine ganze Lastwagenkolonne daran ist, den teilweise meterhohen Schutt und den Müll aufzuräumen und abzutransportieren.
 
Louisiana 0130 NewOrleans  Louisiana 0035 NewOrleans  Louisiana 0055 NewOrleans
Downtown New Orleans              Street Music                            Street Art

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