Nette Leute in Tennessee!

Unsere guten Erfahrungen auf den Tennessee State Parks gehen auch im Natchez Trace State Park halbwegs zwischen Nashville und Memphis weiter. Kaum sind wir auf unserem Stellplatz angekommen, kommen wir ins Gespräch mit unseren Nachbarn. Brian, Alicia, Ansley Butler mit ihrem Hund Charlie verbringen eine Woche Ferien hier. Wir stehen auf dem praktisch einzig noch verfügbaren Platz, der einigermassen eben ist. Wir setzen uns am Abend an ihr Feuer und schwatzen, Charlie hat Freude an unseren Jungs. Als der Ranger zum Einkassieren der Stellplatzgebühr kommt, springt Brian auf und bezahlt für eine Nacht! Das ist Gastfreundschaft! Wir bleiben einen weiteren Tag und in Kontakt mit den Butlers. Pia und ich unternehmen am zweiten Tag eine Exkursion mit dem Velo zum Brown Creek Lake, etwa 7 Meilen entfernt. Es ist ein konstantes Auf und Ab.
 
Neue Pamela, nach Memphis
Nach der Abfahrt in Richtung Memphis stoppen wir in Jackson neben dem Casey Jones Railway Museum, besuchen den sehenswerten General Store. Zudem kaufen wir ein aktuelleres TomTom, denn die alte «Pamela» hatte in letzter Zeit ein paar Aussetzer. Sorry «Pamela 1» willkommen «Pamela 2» ... In Memphis machen wir erneut auf einem nun fast leeren State Park Halt, bevor es am folgenden Tag in die Elvis-Stadt geht. Wir treffen ein deutsches Paar, das mit Seabridge die Panamericana gemacht hat und nun langsam auf dem Weg zurück nach Europa ist.
 
English Version
In Natchez Trace State Park, we meet again a very friendly and nice family. The Butlers are right next to us, Brian, Alicia and Ansley with their dog Charlie. Thank you Brian for paying us the first night, we appreciate that a lot! Also the Marshmallows were yummy!
Charlie seems to like our boys! We spend the second night around our fire, Brian brings some pieces of firewood, thank you again!
After we leave, we visit the Casey Jones General Store in Jackson. Yes, it's a tourist place, but still nice to see!
Bevor we enter Elvis town Memphis, we spend a night in the local state park where we meet a German couple who is travelling for three months.
 
Tennessee 0180 Butler  Tennessee 0181 Butler

Nashville

Es gibt wohl nur einen Grund, nach Nashville Tennessee zu kommen: Die Country Music. Auf der Flaniermeile reiht sich denn auch eine Musikbar an die andere, gemischt mit Läden, wo man sündhaft teure Stetson Cowboyhüte kaufen könnte. An diesem Tag aber gibt es auch noch einen anderen Grund, in die Musikstadt zu reisen. Bald einmal fallen und die vielen Football-Shirts auf, vor allem der Pittsburg Steelers. Und richtig, genau an diesem Abend findet das Spiel der Lokalen Tennessee Titans gegen die Steelers statt. Das Stadion ist nur wenige Gehminuten von Downtown entfernt. Im Visitorcenter bringe ich in Erfahrung, wie viel die Tickets kosten würden. «Normalerweise haben wir Gratistickets», so der nette Mann am Empfang. Die würde er uns noch so gerne abgeben, aber heute habe er leider keine bekommen. An der Kasse beim Stadion habe es immer Tickets, obwohl alle Spiele ausverkauft seien.
Also probieren wir unser Glück dort. Da die Steelers eine Topmannschaft sind, gäbe es zwar noch Tickets, aber alle Plätze sind einzeln verteilt. Darauf wollen wir uns natürlich in diesem riesigen Stadion nicht einlassen, genau so wenig auf die hoorenden Preise der Händler auf der Strasse. Aus Erfahrung vieler Jahre als Securitaswächter weiss ich, dass kurz vor Beginn des Spiels die Preise fallen. So kommen wir denn auch zu Tickets zum Einstandspreis, sitzen fast zuoberst und geniessen die Atmosphäre. Für einmal haben wir ein gutes Spiel erwischt, der Underdog Titans schlägt in den letzten Minuten den haushohen Favoriten Pittsburg Steelers mit 26:23. Unser fast Schweizer Quarterback Ben Röthlisberger glänzt mit hervorragenden Zuspielen, muss aber auch zwei Conversions und drei Sacks in Kauf nehmen.
Nach dem Spiel kommen wir trotz den enormen Menschenmassen rasch und gut aus der Stadt, in Dickson parkieren wir wieder einmal auf dem Wal-Mart Parkplatz, wo sich um drei Uhr nachts ein riesiges, stündiges Gewitter mit hunderten von Blitzen und Donnern entlädt. An ein Schlafen ist trotz der grossen Müdigkeit nicht zu denken!

Die Welt ist klein!

Auf dem Highway in Richtung Nashville Tennessee biegen wir spontan ab und suchen den Cumberland Mountain State Park, um dort die Nacht zu verbringen. Beim Einchecken sagt mir die Lady, dass eine der jungen Rangerinnen diese Woche noch in die Schweiz fliegen wird. Ich schlage vor, sie solle doch am Abend bei uns vorbeischauen, damit wir Tipps geben können. Tatsächlich kommt Monica mit ihrem Freund bei uns vorbei und lässt sich verschiedene Ratschläge geben. Ich dachte, als sie sich verabschieden, das wars.
Am nächsten Morgen, wir sind gerade mit dem Frühstück fertig, rufen die Jungs, Monica sei wieder hier. Ich gehe nach draussen und begrüsse sie zusammen mit einer weiteren Freundin, Amy. Diese fragt mich, ob ich etwas übersetzen könne, ihre Vorfahren seien aus der Schweiz. Sie packt einen Plastiksack aus und zeigt mir ein Bild. Ich staune nicht schlecht, was ich da sehe: Die Kirchtürme von Glarus auf einem uralten Bild mit Inschriften, die ich übersetzen solle, wenn ich so lieb sei!
Ich kann mich fast nicht erholen! Hier mitten in Tennessee streckt man mir zwei Bilder aus Glarus aus dem 19. Jahrhundert entgegen! Ihre Vorfahren hiessen Luchsinger und kämen aus Engi, meint Amy! Nun wollen sie ab kommenden Freitag in die Schweiz und auf den Spuren ihrer Vorfahren wandeln.
All zu gerne übersetze ich die Widmung auf dem ersten Bild. Das zweite Bild ist eine Widmung an ein Kind, das im Oktober 1868 geboren und im März des folgenden Jahres wieder gestorben ist.
Amy verabschiedet sich wieder, denn sie muss arbeiten. Monica nimmt uns mit in ihre Rangerwohnung, wo wir Kornnattern, einen Uhu und eine kleine Schildkröte bestaunen dürfen. Am Nachmittag führt sie uns zum Ozone Wasserfall. Wir kommen in den Genuss einer privaten Rangerführung!
 
English short version:
On our way to Nashville TN we drive into Cumberland Mountain State Park where we find Ranger Monica who will be going to Switzerland this Friday! We have a nice talk with her and her friend. The next morning, Amy and Monica show up again. Amy brings two old pictures with her. And to my big surprise they are from the place I was born! Only they date from the 19th century! I translate the German into English.
Monica shows us the Ozone falls, an impressing waterfall just minutes off I40. We're very glad to have a private tour! Thank you Monica!
 
 
Tennessee 0045 AmyMonica  Tennessee 0098 OzoneFalls  Tennessee 0093 OzoneFalls
Amy und Monica                              Ozone Falls                                     Monica und unsere Familie

Cherokee - Smoky Mountains

Nachdem wir uns von den Gottschalls verabschiedet haben, bleiben wir eine Nacht in Cherokee. Zuvor haben wir zusammen die 100. Cherokee Indian Fair besucht. Beeindruckend die traditionellen Tänze, aber noch viel spektakulär das «Stickball». «The rule is, there are no rules», erklärt uns der Speaker. Auf einem Rasenfeld stehen sich zwei Mannschaften gegenüber, die sich zu Beginn mit Kriegsrufen zu beeindrucken versuchen. Danach gibt es kein Halten mehr! Da wird ohne Gnade gezogen, gestossen, geworfen und einem kleinen Lederball nachgerannt. Das Ziel ist es, zwischen zwei Zweigen hindurchzurennen oder den Zweig zu berühren. Wer zuerst zwölf Punkte hat gewinnt. Das kann 30 Minuten oder ganze Tage dauern! Ein Spiel nichts für Memmen. Wir erfahren am zweiten Tag im Cherokee Museum, dass es früher zwischen den Clans sogar Tote gegeben hat. Ganz so schlimm geht es bei uns nicht aus, es bleibt bei blutigen Schrammen. Bemerkenswert ist, dass trotz der Grobheit während des Spiels am Schluss alle lachen und einander fröhlich die Hände schütteln. «Alles bleibt auf dem Feld, nichts wird mitgenommen», so der Speaker.
Im Museum lernen wir einiges über die traurige Geschichte der Cherokees. Eigentlich ursprünglich hier in North Carolina und Tennessee angesiedelt, wurden sie von der amerikanischen Regierung westlich des Mississippi nach Oklahoma brutal umgesiedelt. Davon zeugt der «trail of tears». Viele haben diesen langen Marsch nicht überlebt. Nur wer sich einbürgern liess und sich anpasste, durfte bleiben. Ein paar Abtrünnige haben dann das Land für 5 Mio. Dollar verkauft. Das Wort «Genozid» wird im Museum vermieden, aber bei der Veterans-Veranstaltung am Rande, wo Cherokee Vietnampiloten ihre Bell UH-1 Iroquis Helikopter präsentieren, fällt dieses Wort unverblümt...
 
Smoky Mountains Nationalpark
Der Smoky Mountains Nationalpark, der einzige grosse amerikanische Nationalpark, der gratis ist, ist wirklich schön. Leider regnet es am ersten Tag. Wir fahren durch den Cades Cove Loop und sehen tatsächlich Schwarzbären. Dafür braucht es allerdings gute Nerven, denn die Autos winden sich Stossstange an Stossstange im Schritttempo durch die schöne Landschaft. Wir wollen am nächsten Tag die gleiche Route noch mit den Fahrrädern abfahren, tun es aber nicht, da der Verkehr viel zu dicht, die Autokolonnen zu lang sind!
 
English version:
We visit the 100th Cherokee Indian Fair in Cherokee NC, see traditional dances and stickball. This game seems to have no rules. In earlier days there were casualties on the pitch but today everything turns out well apart from some bruises.
We go to the Cherokee Museum the following day and learn a lot about the painful Indian history, about the «trail of tears» when the American government walked the Indians west of the Mississippi to Oklahoma. A lot of Indians died, some sold the land for 5 Mio. dollars.
Smoky Mountain National Park is beautiful. We see some black bears on the Cades Cove Loop but there are far too many cars on the road. It seems to be high season now. We will do the same route by bicycle tomorrow
 
North Carolina 0535 Cherokee  North Carolina 0621 CherokeeStickball

Skyline Drive - Blue Ridge Parkway

So wie wir die Amerikaner kennen, nennen sie die beiden Aussichtsstrassen Skyline Drive und Blue Ridge Parkway die schönsten Strassen der Welt. Die erstere führt durch den Shenandoah National Park (siehe Käfer!) von Port Royal zum Rockfish Gap in der Nähe von Waynesboro Virginia. Da sie durch den Nationalpark führt, stören keine weiteren Gebäude oder Strassen die Linienführung. Oft führen beide Strassen ganz zuoberst auf der Hügelkette durch. So sieht man auf beiden Seiten ins Tal hinunter.
Der Blue Ridge Parkway hingegen schlängelt sich durch State Parks und National Forrests, so sind auch private Farmen erlaubt. Eindrücklich für mich war die Mabry Mill, eine alte Mühle mit weiteren Gebäuden wie zum Beispiel einer Schmitte, die zu touristischen Zwecken noch betrieben wird. Aber anders als in den USA gewohnt, ist das ganze unaufgeregt und nicht im Disney Style. Schön ruhig, wunderschön in die Landschaft eingebettet und erst noch gratis! Jan lässt es sich nicht nehmen, dem Schmid bei der Arbeit zu helfen und wacker das Feuer zu schüren!
 
Die Bäume färben sich langsam farbig, mit der Betonung auf langsam, denn die Temperaturen sind immer noch für diese Jahreszeit zu hoch. Aber je höher man steigt, desto farbiger wird es. Ein weiterer Vorteil dieser Jahreszeit ist es, dass praktisch keine Touris mehr unterwegs sind. Alle Campingplätze sind fast leer, auf den Aussichtspunkten muss man nicht hinten anstehen.
 
In Mars Hill treffen wir Familie Gottschall aus Wangen, die hier Ferien macht. Vor allem Ramon ist heilfroh, endlich seinen Schulfreund Sebastian wieder zu sehen. Zusammen unternehmen wir Ausflüge zum Chimney Rock und zum Grandfather Mountain, wohl die beiden berühmtesten Sehenswürdigkeiten am Parkway. Beide Steinhaufen präsentieren sich wieder eher amimässig: viele Versprechen. Aber trotzdem schön, dort gewesen zu sein.
 
Fütterung der Raubtiere oder «enrichment»?
Einzig das Versprechen, «animals in their natural habitat» liess wirklich zu wünschen übrig, denn die Schwarzbären, Adler und Pumas sind hinter dicken Drahtkäfigen eingesperrt und werden gefüttert. Der absolute Hammer war der von uns als Fütterung der Pumas verstandene Event. Keine Fütterung, aber ein «enrichment». Sie werden sich sicher fragen, was das denn sei, auch uns erging es ebenso! Die Rangerin - man staune! - warf kleine, zerschnittene WC-Papierrollen ins Gehege. Das Männchen rümpfte die Nase und schlich davon, das Weibchen wälzte sich umgehend in den Kartonrollen. (Liegt das in den Genen, sich mit Düften umgeben????). Diese seien mit Listerine besprüht, wir suchen das Fleisch darin vergeblich! Wikipedia sei Dank, wissen wir, dass Listerine ein Zahnhygienemittel ist! Hä???? Wir wundern und amüsieren uns noch lange ... Für Amis, die die Tiere sonst nie zu Gesicht bekommen, durchaus nett, aber für mich persönlich nicht gerade das Highlight ... Hingegen die Gegend und die Aussicht an beiden Orten ist wunderschön.
 
English version:
We made it through the Skyline Drive and the Blue Ridge Parkway into North Carolina. Remarkable were Mabry Mill with its nice surroundings and Grandfather Mountain, where we saw the strange «enrichment» of the cougars. We're still amused and puzzled by what the rangers did. They threw washroom paperrolls into the cougar's cages where the femal seemed to like it, the male wasn't amused about the Listerine filled cardboard at all ... Strange would you think? So do we!
 
We finally met our Swiss friends in Mars Hill where we stayed five days. From there we saw Chimney Rock and the mentionned Grandfather Mountain.
 
Virginia 0160  Virginia 0212 
Mabry Mill
North Carolina 0040 ChimneyRock  North Carolina 0134 BlueridgeParkway
Grandfather Mountain                                   Blue Ridge Parkway Linn Cove Viaduct

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